Mehr als 1000 Karten verkauft und den Emmelshausener Stadtpark in eine ganz besondere Atmosphäre getaucht: Das ist den Frechen-Karnevals Kinner Emmelshausen (FKK) nun zum zweiten Mal gelungen, erstmals vor drei Jahren. Mit „Kölsche Tön unterm Sternenhimmel“ feierte der FKK nun gleich zwei Jubiläen, zum einen das eigene 20 jährige Bestehen und damit ein hergehend 3 mal 11 närrische Jahre Tanzende Sterne. Letztere ist seit 33 Jahren einer der, wenn nicht sogar die Vorzeigegruppe im Vorderhunsrück und ohne Zweifel Wegbereiter für viele sehr starke karnevalistische Showtanzgruppen der Region. Dass der Himmel, als er noch nicht von Sternen bedeckt war, zwischendurch mal seine Schleusen öffnete, wurde im Rheinischen Grundgesetz unter Paragraf 7verbucht:„Wat wellste maache?“ Der Stimmung tat das keinen Abbruch, weil Paragraf 1und 2lauteneben: „Et es wie et es“ und „Et kütt wie et kütt“. Und weil neben de eigenen Gruppen des FKK plus einer Jubiläumsedition drei Schwergewichtedes kölschen Fastelovends nach Emmelshausen gekommen waren mit den Paveiern, Miljö und den Räubern. Als der gewohnt locker-lustige Moderator Daniel Bernd in schmucken Adiletten und dem Anzug, der ihm in der Vorderhunsrück Fastnacht und vor allem in Schwall den Spitznamen „Konfetti-Mann“ eingebracht hat, auf die Bühne trat, die ersten Worte an die Zuschauer richtete und den Abend für die kleinsten Gruppen des FKK, die Sternchen und die Sternschnuppen, freigab, wurde klar, dass ein Programm wartete, das mindestens mit dem aus 2023 standhalten würde, als die „Tanzenden Sterne“ ihr30-Jährigesan gleicher Stelle zelebrierten. Ode r, wie es Gemma Stoffel, die Vorsitzende des FKK ausdrückte: „Es lag eine Mischung aus Heiterkeit, Gelassenheit und Vorfreude in der Luft, als unsere Kleinsten auf die Bühne kamen. Und nachdem die Paveier alle aufgeheizt hatten, hat nicht nur der Sekt im Glas ge prickelt.“ Dass die Paveier in einem ihrer bekanntesten Songs „Nie mehr Alkohol“ empfehlen, verpuffte im weiteren Lauf des Abends zusehends zwischen „Leev Marie“ und „Schön ist das Leben“. Dass dem so ist, präsentierten dann die „Allstars“ der Tanzenden Sterne, die sich wieder zu einem ganz besonderen Jubiläumstanz zusammengefunden hatten und zeigten, dass sie nichts verlernt haben in all’ den Jahren und warum sie gerade in ihrer Hochzeit viele nationale Titel abräumten. Eine der Gründungs-Tänzerinnen schrieb in den sozialen Medien, was wohl für alle gilt: „Die Knochen sagen vielleicht was anderes, das Herz nicht. Das letzte Mal, diesmal vielleicht wirklich ...“ Man darf gespannt sein, ob Herz nicht irgendwann wieder über Knochen siegt. Die Band Miljö, die aktuell wohl mit die angesagteste Kölsch-Kombo ist, schaute am etwas späteren Abend „För 1Naach“mal vorbei, die„ Domstadtjunge“ bleiben zwar nicht „Su lang die Lichter noch brenne“, aber sie zündeten das Publikum aufs Neue an. Der Bühnenboden war bereitet für die nächsten FKK-Gruppen Sternenschimmer und die Tanzenden Sterne mit ihren Tänzen aus der abgelaufenen Session. Der Abend war aber noch längst nicht abgelaufen, die Räuber hatten noch etwas dagegen und lieferten Lieder für die „Iwigkeit“. Sie baten zu „Oben unten“ die kleinen Sternchen und großen Sterne auf die Bühne und forderten auch die Zuschauer auf, zu später Stunde sich „noch ens“ körperlich zu betätigen. Wobei das schon vorher der Fall gewesen ist, zwischen dem Zelt mit riesiger Discokugel davor mitten im Park, den vielen Ständen drumherum und der Bühne im vorderen Teil. Es wurde geschunkelt, gelacht, gesungen und teilweise die Sterne vom Himmel getanzt. „Zwischen all’ den Kilometern unserer Deutschland-Tour hat es uns am Samstag auch nach Emmelshausen verschlagen – und was sollen wir sagen: Es war ein rund um gelungener Abend mit euch, wir kommen gerne wieder“, schrieben die Räuber unter ein Video vom Abend auf ihrem Instagram Account. Und die Paveier melden sich auf Anfrage mit folgenden Worten: „Uns hat es unheimlich Spaß gemacht in Emmelshausen. Wir mögen einfach diese sehr familiäre Atmosphäre. Man merkt in jedem Moment, dass dieses Fest mit ganz viel Liebe und Engagement gestaltet wird. Wir kommen gerne wieder.“ Das unterstreicht Miljö: „Uns hat unsere Premiere in Emmelshausen sehr gut gefallen, weil es ein tolles Fest für alle Generationen war. Das mögen wir besonders, wenn alle Altersgruppen zusammenkommen und gemeinsam eine gute Zeit haben. Ein Highlight war, als die Kindertanzgruppe mit auf der Bühne stand und Wolkeplatz gesungen hat, die Kids hatten richtig Energie und Spaß. Wir möchten uns auch für die sehr herzliche Betreuung hinter der Bühne bedanken, toll, was da ehrenamtlich auf die Bühne gestellt worden ist.“ Lob, das zurückgeht an die Gruppen. „Die Bands haben für beste Stimmung gesorgt und für ein unvergleichliches Wohlfühl Konzert-Feeling im Park“, sagte Gemma Stoffel, die in ihrem Fazit die große Hilfsbereitschaft in ihrem Verein und im Zusammenspiel der Vereine vor Ort hervorheben wollte: „Wir haben es wieder geschafft, durch den starken Zusammenhalt unserer unzähligen freiwilligen Mitglieder und Helfer, den Gästen eine einzigartige Veranstaltung zu bieten. Ich möchte mich aber vor allem bei meinen Vorstandskollegen bedanken für ihren tollen, unermüdlichen Einsatz. Der FKK hat nochmal gezeigt, was Ehrenamter zeugen kann: einen zauberhaften Abend voller wunderschöner Momente, die vielen Leuten lange in Erinnerung bleiben werden.“ Bei manchen sicher„iwig“.
Text: Rhein-Hunsrück-Zeitung / Mirko Bernd
FKK Emmelshausen feiert mit mehr als 1000 Gästen
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